Wie gefährlich ist das Thema Giftköder?

Die Giftköderprävention ist immer häufiger Thema bei Hundefreunden. Und auch für mich gibt es kaum eine schlimmere Vorstellung als das mein Hund einmal mit blutigem Maul aus dem Gebüsch kommt oder noch schlimmer, er einen Happen mit Nägeln, Rasierklingen oder mit Rattengift schluckt und ich das viel zu spät bemerke…

Doch die Angst und die Vorstellung davon, dass das passieren „könnte“ kann ziemlich lähmen und es gibt so einige, die ich kenne, die sich in dieses Thema richtig reinsteigern können und das Thema noch extra puschen, indem sie ihre Angst verbreiten.

Vielleicht wurde ich bisher einfach nur verschont. Ich bin jedenfalls seit 20 Jahren mit Hunden in Wald und auf Wiesen unterwegs und habe selbst noch nie Giftköder herumliegen sehen. („Klopf auf Holz“)
Es ist furchtbar, wenn es doch geschieht und dennoch ist zum Glück die Wahrscheinlichkeit der Giftköderaufnahme relativ gering.

„Laut der UNA Tierrettung entstehen 95%! aller Giftunfälle bei Haustieren im HAUSHALT!“

Vielleicht habe ich Glück gehabt oder habe es nicht mitbekommen, vielleicht sind es aber einfach die tausend und eins Horrorstories, die einen schier verrückt werden lassen, wenn man von Giftködern hört oder liest. Mit dem Autofahren ist es im Grunde nicht anders. Mir ist bewusst, das etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Täglich lesen wir davon in den Zeitungen, allerdings fahren wir immer noch Auto. Wir können natürlich selbst einiges dafür tun, damit wir keinen Autounfall bauen, z.B. keinen Alkohol trinken, uns Anschnallen, damit weniger passiert, falls es doch kracht usw.

Genauso können wir etwas für die Giftköderprävention für unsere Hunde tun, aber bitte: Ohne Angst und Schrecken.

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Management das A und O

Fragen, die wichtig zu klären sind:

  1. Wo gehe ich Gassi? Liegen dort überall Müll oder Scherben von der letzten Party rum oder ist es ein sauberer „naturbelassener“ Ort?
  2. Wie gehe ich Gassi? Beobachte deinen Hund beim Spaziergang, lass ihn nicht aus den Augen irgendwo stöbern gehen. Ist mein Hund so abrufbar, dass ich ihn von Müll oder Unrat abrufen kann? Wenn nein, dann sollte dein Hund in Gegenden mit viel Müll oder bekannten Plätzen mit Giftködern auf jeden angeleint bleiben! Im besten Fall suchst du dir zumindest eine Strecke am Tag, die du ohne Sorge mit deinem Hund gehen kannst. Bspw. ein relativ unbekannter Trampelpfad im Wald o.ä. Mehr Gehorsam bedeutet auch beim Thema Giftköder mehr Freiheit.
  3. Nimmt dein Hund viel auf? Hast du diese Frage sofort mit Ja beantwortet, dann ist natürlich mehr Vorsicht geboten, als wenn du die Frage mit Nein beantwortet hast. Ich kenne Hunde, die einfach alles aufnehmen, was andere Hunde nur beschnuppern würden. Hast du einen „Staubsauger-Hund“, so verwende an dir unbekannten Orten (oder bekannten Orten mit viel Unrat) auf jeden Fall einen Maulkorb!
    Waaaaaas?! Einen Maulkorb? Ja! Einen Maulkorb! Wie sonst willst du verhindern, dass dein Hund nicht doch in einer unaufmerksamen Sekunde etwas aufnimmt? Deine Sorge, dass dein Hund dadurch zu sehr eingeschränkt ist, ist nur dann gerechtfertigt, wenn dein Hund keine Zeit für die richtige Gewöhnung erhalten hat. Wenn du der Anwendung ein Maulkorbtraining voraussetzt, so wirst du feststellen, dass dein Hund sogar mehr Freiheit im Alltag hinzugewinnt.
    Habe keine Scheu davor. Viele Menschen finden einen Maulkorb für ihren Liebling schrecklich. Hunde, die entspannt daran gewöhnt wurden, können gut (sowieso nur zeitweise) damit leben, denn sie sind Hunde. 😉

 Training, ja aber wie?

Okay, jetzt hast du dich schon durchgerungen und führst deinen angeleinten Hund mit Maulkorb. Doch irgendwie würdest du doch gern noch etwas mehr Freiheit für deinen Hund haben? Dann habe ich noch drei kurze Übungstipps für dich:

  1. Trainiere ein Signal „Weiter„, bei dem dein Hund versteht, dass er weitergehen und an interessanten Objekten vorübergehen soll.
  2. Trainiere ein weiteres Signal z.B. „Nein„, bei dem dein Hund lernt, dass er von etwas Interessantem ablassen soll – Verweigerung der Futteraufnahme.
  3. Trainiere zuletzt eine Gegenkonditionierung, sodass dein Hund bspw. zu dir schaut und bei dir belohnt wird, wenn er von „leckeren Dingen“ unterwegs ablässt, ohne dass du noch ein Signal geben musst!
  4. Tipp: Wenn dein Hund etwas aufnimmt, versuche ihn ruhig festzuhalten und ihm die „Beute“ zu entnehmen. Belohne dies anschließend mit einer Belohnung aus deinem Futterbeutel, indem du tauschst. (Versuche nicht schreiend hinter ihm her zu rennen, sonst versteht er nur, dass das, was er hat wohl besonders hochwertige Beute ist und er ist das nächste Mal noch schneller damit weg…)

>> Hier findest du ein kostenloses Ebook zum Thema Giftköderprävention für den Hund.

>> Alle Übungen findest du mit detaillierter Anleitung in meinem Trainingscamp. Hier begleite ich dich mit deinem Hund mit zahlreichen Übungen für deinen Hund und monatlicher Live-Betreuung.

Atme nun einmal tieeeeef durch, das war viel zu diesem Thema. 😉
Ich wünsche dir und deinem Hund entspannte Spaziergänge ohne Köder und mit viel Grün und viel Freude!